weniger ist mehr
ensemble minui
2016 schlossen sich neun Orchestermusiker:innen zum ensemble minui zusammen und präsentieren seither große Orchestermusik mit kammermusikalischer Finesse. Durch solistische Leidenschaft und feine Interaktion innerhalb des Ensembles gelingt es, neue und überraschende Perspektiven auf bekannte Werke zu eröffnen. Mittels Verdichtung der Orchesterpartituren entstehen für die Zuhörenden spannende und transparente Klangwelten, in der Musik in ihrer reinsten Form wirken kann.
CD Kritiken ACT III
Die Presse
Subtiles Gesamtkunstwerk
… Hier tritt das Ensemble Minui mit seiner neuen CD „Act III“ auf den Plan, das ganz in der Tradition der Harmoniemusik große romantische Opernliteratur unter das Volk und an Orte bringt, wo sie sonst nicht möglich wäre. … In „Act III“ spielen die neun Musikerinnen und Musiker von „Minui“ Auszüge aus Wagner, Puccini und Richard Strauss, und das Ergebnis ist ein wahres Gesamtkunstwerk, eine CD, bei der einfach alles stimmt: Musikalisch makellos gespielt, fantastisch arrangiert, ausgewogen im Klang und in der Balance, transparent, geräuscharm, aber nicht steril aufgenommen. … Dennoch bedient das Ensemble eine Marktlücke: Es spielt Kammermusik-Arrangements der Opern, und zwar so, dass der Vibe des Originals komplett erhalten bleibt. „Tiny House statt große Oper“ – so bezeichnet Stefan Potzmann den Zugang des Ensembles. … „Act III“ ist, wie der Name nahelegt, die dritte CD des Ensembles: Strauss ist wieder ein Fixstarter, diesmal mit Auszügen aus der „Frau ohne Schatten“. Außerdem sind Wagners „Walküre“ und Puccinis „Manon Lescaut“ darauf zu finden. Potzmann greift die Stellen heraus, die ihm selbst gut gefallen, wobei er darauf achtet, dass es nicht ausschließlich Ohrwürmer sind. „Wenn ich im Orchestergraben das Stück spiele, mache ich mir bei manchen Stellen schon im Kopf eine Notiz, wie man das im Nonett umsetzen könnte.“
Anna Morgoulets (Violine), Polina Winkler (Violine), Nejc Mikolic (Viola), Wilhelm Pflegerl (Violoncello), Anna Gruchmann (Kontrabass), Sieglinde Größinger (Flöte), Stefan Potzmann (Klarinette), David Fliri (Horn) und Clemens Böhm (Fagott) sind an unterschiedlichen Opernhäusern tätig – von der Wiener Staatsoper über das Kärntner Sinfonieorchester bis zum Opernhaus Ljubljana, und sie sind auch privat befreundet.
Daniela Tomasovsky
Radio Klassik
Mit „Act III“ präsentiert das Ensemble Minui eine faszinierende Reise durch die Klangwelten von Wagner, Puccini und Richard Strauss. Die Arrangements für Nonett eröffnen neue Perspektiven auf bekannte Opern, lassen vertraute Themen in ungewohnter Transparenz erscheinen und machen aus großen Bühnenwerken intime musikalische Erlebnisse.
Das Ensemble Minui wurde 2016 von neun befreundeten Musikerinnen und Musikern ins Leben gerufen, die ihre Erfahrungen aus Spitzenorchestern wie dem Kärntner Sinfonieorchester, der Slowenischen Nationaloper und der Wiener Staatsoper einbringen. Ihr gemeinsames Credo „Less is more“, also weniger ist mehr, prägt auch die neue Produktion. Statt orchestraler Wucht setzen sie auf klangliche Raffinesse und subtile Farbnuancen. Die Kommunikation innerhalb des Ensembles ist hörbar intensiv – jeder Einsatz wirkt wie Teil eines lebendigen Gesprächs. So verstehen die Mitglieder des Ensembles, Spannung aufzubauen, ohne Effekthascherei, und zeigen, wie viel Ausdruckskraft in reduzierter Besetzung steckt, auch bei sonst opulent besetzter Opernmusik.
Wie schon bei den Akten eins und zwei findet sich auch auf Akt drei Musik von Giacomo Puccini und Richard Strauss. Neu ist diesmal das gelungene Wagnis Richard Wagner, denn sich kammermusikalisch durch die Walküre zu spielen, zeugt von Mut und Überzeugung! So entsteht ein dramaturgischer Bogen von romantischer Dramatik über italienische Leidenschaft bis hin zu spätromantischer Klangmagie. Stefan Potzmanns Arrangements für Nonett sind wieder einmal meisterhaft gelungen, sie bewahren die Essenz der Originale und eröffnen zugleich neue Hördimensionen. Jeder Ton ist präsent, ohne aufdringlich zu wirken, die Raumakustik vermittelt Nähe und Wärme. „Act III“ ist damit nicht nur ein Album für Opernliebhaber, sondern auch für alle, die neugierig sind, wie große Musik im kleinen Format ihre Kraft entfaltet.
Michael Gmasz
Kleine Zeitung
Opern im Kleinformat
Bereits zweimal hat Stefan Potzmann bewiesen, dass er große Opern für ganz kleine Besetzungen arrangieren kann. Und auch bei der nunmehr schon dritten CD des ensemble minui hat er wieder ganze Arbeit geleistet: denn der Klarinettist des Ensembles hat die teils üppigen Partituren der Musikdramen neu arrangiert und verkleinert. … Potzmann gelingt seine Bearbeitung mit feinem Raffinement und beeindruckender Detailarbeit. … Es entfaltet sich eine erstaunliche Klangfülle und -vielfalt: alle Stimmen, die Dramatik und Emotionen sind in den „Opernsuiten für Nonett“ vorhanden. … Die Musiker glänzen mit Facettenreichtum, exzellentem Zusammenspiel und vielen Soli.
Helmut Christian
Falter
Neun junge Musikerinnen und Musiker, beheimatet in Orchestern von Wien bis Ljubljana, wagen mit ihrem Ensemble die Reduktion: Klarinettist Stefan Potzmann hat Richard Wagners „Walküre“, Giacomo Puccinis „Manon Lescaut“ und Richard Strauss’ „Frau ohne Schatten“ für Nonett arrangiert. Statt monumentaler Klangmassen ertönen intime Perspektiven auf große Opern. Musikdrama im Taschenformat, bei dem selbst der Walkürenritt im Wohnzimmer Platz findet.
Klassik-begeistert.de
Die neue CD des 2016 in Kärnten gegründeten Kammermusik-Nonetts ensemble minui, ist bereits die dritte, die groß instrumentierte Opernwerke in raffinierter, kammermusikalischer Gestalt präsentiert, und folgerichtig Act III betitelt ist. Die nach wie vor bestens funktionierende Methode, für großes Orchester geschriebene Musik auf ihren melodischen Kern zu reduzieren, geht im Grunde noch auf das 19. Jahrhundert zurück, als Franz Liszt seine erfolgreichen Klaviertranskriptionen schrieb.
Hatte das Ensemble bereits mit Bearbeitungen von Puccinis „La Bohème“ und Richard Strauss’ „Elektra“ auf der CD Act II bewiesen, wie gut man die genial instrumentierten Opern auch in stark reduzierter Form adäquat zum Klingen bringen kann, so ist aktuell auch Wagners „Walküre“, wahrhaftig ein Großformat, durchaus mit Gewinn in dieser Form zu genießen. Die Struktur der Werke bleibt ja unangetastet, in dieser Form ist die Substanz der musikalischen Einfälle vielleicht sogar deutlicher erkennbar. Die Abfolge der Melodien folgt jeweils nicht der Chronologie der Opern, es ist ein reizvolles Unterfangen, die Zuordnungen der einzelnen Passagen zu „erraten“. Dem Feuerzauber, oder den Winterstürmen aus der Walküre in dieser Form zu begegnen, ist ebenso spannend, wie die Klangfülle von Richard Strauss’ „Frau ohne Schatten“ ohne Qualitätsverlust transponiert zu erleben. Auch der „Manon Lescaut“ des Klangzauberers Puccini steht diese Reduktion gut zu Gesicht.
Die neun Musiker, fünf Streicher und vier Bläser, sind inzwischen zu einem homogenen Ensemble zusammengewachsen, ihr Zusammenspiel erreicht ein eindrucksvolles Klangvolumen, ohne dabei die kammermusikalische Transparenz aufzugeben. Hier wird tatsächlich auf höchstem Niveau musiziert, und man möchte die Musiker ermuntern, doch bitte auch einen Act IV, und noch weitere folgen zu lassen!
Peter Sommeregger
pizzicato.lu
… Der Klarinettist Stefan Potzmann hat diese Suiten ins Kammermusikalische gebracht. Es scheint mir, als sei er dabei wagemutiger geworden. In der Walkürensuite gibt es überraschende Klänge, grollende Basstöne, heftige Akzente, die mit wunderbar Lyrischem für starke Kontraste sorgen. In der Manon-Suite dominiert zunächst das Lyrische, das Schmerzvolle, doch dann wird die Musik überaus beschwingt und virtuos. Starke Farbkontraste prägen die Suite aus Die Frau ohne Schatten, wobei die gewählten Themen einen exzellenten Eindruck machen. Spieltechnisch ist das Ensemble auf hohem Niveau, und die Tonaufnahme ist sehr direkt, was die Kontraste zusätzlich schärft.
Remy Franck
VERZICHT ODER GRENZENLOSE MÖGLICHKEITEN?
Das Spiel der neun erfahrenen Musiker an der Grenze zwischen Kammermusik und Orchester verleiht den großen Werken eine Leichtigkeit und Nähe, die in der orchestralen Fülle oft nicht möglich ist. Das Ensemble schafft es, die emotionale Spannung, die Tragik und das Ungeheuerliche in einem kammermusikalischen Format erlebbar zu machen.
aktuelle Konzertkritik
5. Oktober 2025, Slowenien
„Das ensemble minui, (…) knüpfte einen anspruchsvollen Dialog zwischen der Tradition der Wiener Salonmusik, spätromantischer Expressivität und zeitgenössischen Klangidiomen. Das österreichische Ensemble, das aus Spitzenmusikern mit langjähriger Erfahrung im Bereich des Kammer- und Orchesterspiels besteht, zeichnet sich durch ein besonderes Gespür für die Balance zwischen kollektiver Homogenität und individueller Ausdruckskraft – zwischen orchestraler Breite und der Flexibilität des Kammerspiels – aus. (…) In den Werken bewies das Ensemble ein außergewöhnliches Auge für Details – klangliche Klarheit, Präzision der Phrasierung, sensible Dynamik und nicht zuletzt sein herausragendes handwerkliches Können. (…) in der Suite aus Walküre entfesselte das Ensemble seine ganze Ausdruckskraft und schuf in einem kammermusikalischen Rahmen eine überraschende sinfonische Breite, in der dramatische Logik, zurückhaltende Intensität und klangliche Ausdruckskraft ineinandergriffen und über die erwarteten klanglichen Grenzen der Komposition hinausreichten. Das Konzert endete unerwartet dem Volkslied „ Oj, Triglav, moj dom“. (…) Das scheinbar einfache Lied verlieh dem Konzert eine völlig neue Dimension: Es war nicht nur eine Hommage an das Publikum, sondern Ausdruck einer tieferen kulturellen und symbolischen Verbindung. Es klang wie ein Zeichen der Koexistenz, wie eine musikalische Brücke zwischen zwei Kulturwelten – als Beweis dafür, dass Kunst auch heute noch immer wieder die Grenzen historischer Verflechtungen überschreitet und ein universeller menschlicher Wert bleibt.“
Anusha Plesnicar











